| 01.11.2004 |
Die Olympia-Bobbahn für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin (Italien) stehen offensichtlich unter einem schlechten Stern. Obwohl das IOC die Organisatoren von Turin bereits im Juni vor weiteren Verzögerungen beim Bau der Bobbahn gemahnt hat und im August der Präsident des Organisationskomitees TOROC, Valentino Castellani, anlässlich einer Pressekonferenz in Athen eingestehen musste, dass die Fertigstellung der Bobbahn in Cesana Pariol bis zum geplanten Olympia-Test im Januar 2005 fehlschlagen könnte, ist jetzt das nächste Fiasko eingetreten: Die Turiner Tageszeitung La Stampa vermeldete die Hiobs-Botschaft, dass Staatsanwalt Raffaele Guariniello schwerwiegende Sicherheitsmängel an der Baustelle festgestellt und daraufhin die Einstellung der Bauarbeiten bis auf weiteres verfügt hat.
Raffaele Guariniello leitete schon die Doping-Ermittlungen gegen den verstorbenen Radstar Marco Pantani, sowie den Doping-Prozess gegen die Spitzenmanager des Fussball-Erstligisten Juventus Turin. Gemäss dem Juristen ist noch unklar, wie lange die Anlage gesperrt bleiben muss. Gemäss den Verträgen mit der beauftragten, italienischen Baufirma (Bauauftrag über 34 Mio. EUR) sollte die Bahn eigentlich bis zum kommenden 30. November fertiggestellt sein.
Ein weiterer Schlag also für die Schlittensport-Disziplinen, nachdem unlängst durchsickerte, dass die für die kommende Saison vorgeschriebenen Tests in Form von Weltcuprennen aufgrund der Bauverzögerungen nicht werden stattfinden können.
Auch die Baufirma sprach von einem harten Schlag, welcher die Beschlagnahmung der Anlage für sie bedeute. Man wolle jedoch alles Nötige ergreifen, um sich "den Vorschriften anzupassen" und den Schaden in Grenzen zu halten; die Sicherheitsmängel würden nur einen Teil des Personals betreffen.
Und Mario Piovano, Vizedirektor der Agentur Turin 2006, die im Organisationskomitee Toroc für den Bau der Sportstätten zuständig ist, versicherte: "Die Anlage muss bis Ende November fertig sein, wir werden es noch rechtzeitig schaffen".
Bereits nach seinem Besuch im Juni wies Jean-Claude Killy, Vorsitzender der IOC-Koordinierungskommission der Olympischen Spiele, darauf hin, dass sich die Arbeiten an der neuen Bobpiste in Cesana mehrfach verzögert hätten. Der Baubeginn hatte sich zunächst um mehrere Monate verzögert, da an dem ursprünglich geplanten Ort Asbestvorkommen eine Errichtung der Eisröhre verhinderten. Und im letzten Winter sorgten starke Schneefälle für weitere Verspätungen.
Meldung von Franz Baumann |